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Die
Schmerzklinik ist
nach § 40 SGB V von allen
gesetzlichen Krankenkassen als
Rehabilitationseinrichtung anerkannt und auch beihilfefähig (OPS
8-918).
Laut der Webseite des Bundesministeriums für Gesundheit haben alle (also auch ältere Patienten) gesetzlich versicherte Personen einen Rechtsanspruch auf eine Rehabilitation und können sich ihre Rehabilitationseinrichtung sogar selbst aussuchen. Das Bundesgesundheitsministerium schrieb dazu auch einen Brief an die Aufsichtsbehörden.
ULCUS CRURIS
Ulcus cruris venosum,
Ulcus cruris arteriosum
| Als Ulcus cruris wird eine schlecht heilende, tiefe Wunde im Bereich der Unterschenkel oder Füße bezeichnet.
|
Mancher Besucher dieser Seite wird sich wundern, daß sich die
moderne, spezielle Schmerztherapie mit dem Thema Ulcus cruris befaßt.
Nun, viele Patienten mit einem Ulcus cruris klagen tatsächlich auch über
Schmerzen. In der Schmerztherapie werden zunehmend kontinuierliche
Nervenblockadetechniken (siehe unten) durchgeführt. Eine sehr wichtige Nebenwirkung dieser
Methode ist, daß gleichzeitig im behandelten Bereich die Blutgefäße weitgestellt
werden, woraus eine enorme Durchblutungssteigerung resultiert, wie sie
systemisch (= als Mittel eingenommen im ganzen Körper wirksam)
nie erreicht werden kann. Da ein Ulcus cruris auf dem
Boden von Durchblutungsstörungen
entsteht, ist diese
Schmerztherapie auch kausal (= auf die
Ursache gerichtet) wirksam. Es werden sozusagen zwei Fliegen mit
einer Klappe geschlagen: Der Schmerz läßt deutlich nach, gleichzeitig kann sich
aufgrund der deutlich gesteigerten Durchblutung wieder neues Gewebe bilden und das
Ulcus cruris abheilen.
Von einem Ulcus cruris sind Frauen insgesamt häufiger betroffen als Männer. Personen bis zum 40. Lebensjahr erkranken kaum daran. Im Alter steigt die Prävalenz (= Häufigkeit aller Fälle einer bestimmten Krankheit in der Bevölkerung) stark an. So beträgt sie beim Ulcus cruris zum Beispiel ab dem 80. Lebensjahr je nach Studie zwischen 0,87 und 3,38%.
Mögliche Ursachen für ein Ulcus cruris (venosum und arteriosum)
72 % aller U lcera cruris sind auf ein Venenleiden (Ulcus cruris venosum),
15% auf ein Venen- und Arterienleiden,
7% auf ein Arterienleiden (Ulcus cruris arteriosum) und
6 % auf andere, seltene Ursachen zurückzuführen, so z.B. ein Spinaliom (= eine Form des Hautkrebses)
Risikofaktoren für die Entstehung eines Ulcus cruris (venosum und arteriosum):
Hauptursache des Ulcus cruris venosum ist die chronisch
venöse Insuffizienz, die
häufigste
Störung des venösen Systems.;
Eine
chronisch venöse
Insuffizienz besteht, wenn anlagebedingt die Venenwand geschwächt ist und
/ oder die sog. Venenklappen nicht mehr richtig funktionieren. Dadurch
"versackt" das Blut in den Venen und staut sich. Man spricht dann von
einer sog. venösen Abflußstörung. Diese Stauung äußert sich in tagsüber
zunehmendem Schwere- und Schmerzgefühl sowie in Beinschwellungen.
Eine venöse
Insuffizienz liegt vor, wenn der Knöchelumfang morgens und abends um mehr als
1,5 cm differiert.
Bei der klinischen Untersuchung fallen eine Varikosis (=
dichtes Geflecht oberflächlicher Krampfadern), eine livide (=
bläuliche, fahle) Verfärbung der Haut, Ödem (=
Schwellung durch Flüssigkeitsansammlung) und Pigmentstörungen auf.
Die Behandlung der (noch relativ beschwerdearmen) venösen Insuffizienz besteht im wesentlichen in einer Kompression der dilatierten (= erweiterten) Venen (Kompressionsstrümpfe).
Im weiteren Verlauf der Erkrankung kommt es zu trophischen (= mit
Zeichen einer Mangelernährung einhergehenden) Störungen, bedingt
durch eine gestörte Mikrozirkulation in der venösen (= die
Blutader betreffenden) und arteriellen (=
die Schlagader betreffenden) Endstrombahn (Kapillaren). In dieser
Situation kann schon eine kleine Verletzung zu einem
Beingeschwür, einem Ulcus
cruris führen.
Das liegt daran, daß eine Wunde, auch wenn sie klein ist, nicht mehr zuheilen
kann.
Ein Ulcus cruris tritt zumeist in der Innenknöchelregion auf. Aber auch die Außenknöchelregion
und im Extremfall der gesamte Beinumfang können betroffen sein. Ein Ulcus
cruris in Folge einer Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) befindet sich häufig
nicht an der typischen Knöchelregion, sondern an Druckstellen der Fußsoh len
oder der Zehen.
Bei der klinischen Untersuchung fallen bei einem Ulcus cruris eine Varikosis (= dichtes Geflecht oberflächlicher Krampfadern), eine livide (= bläuliche, fahle) Verfärbung der Haut, Ödem (= Schwellung durch Flüssigkeitsansammlung) und Pigmentstörungen auf.
Behandlung des Ulcus cruris (venosum und arteriosum):
Neben einer entsprechenden Wundbehandlung
(Ausführliches hierzu unter:
www.medizinfo.de/wundmanagement/ulcus.htm)
muß die gestörte, lokale (= örtliche)
Mikrozirkulation wieder in Gang gebracht werden, sonst kann das Ulcus
cruris nicht abheilen.;
Dies gelingt relativ
zuverlässig mit einer
kontinuierlichen Ischias-Blockade mittels
Katheter (Klatt und Lee ser).
Bei dieser
Methode suchen wir von der Oberschenkelrückseite her, handbreit unter dem Gesäß,
den Ischias
nerv in der Tiefe mit einer Kanüle auf und legen einen dünnen
Kunststoffschlauch in die zugehörige Nervenscheide (=
Gewebsumhüllung) ein. In den
folgenden 2-3 Wochen wird dann in diesen Schlauch mehrmals täglich eine
verdünnte, örtliche Betäubungsmittellösung eingespritzt. Je nach
Wirkstoffkonzentration kommt es dann im Versorgungsgebiet des Nerven zu einer
Verminderung der Schmerzempfindlichkeit bis hin zur Schmerzfreiheit. In dieser
Situation kann dann intensiv krankengymnastisch behandelt werden.;
Da dieser Nerv auch vegetative (=
das unwillkürliche Nervensystem betreffende)
Fasern
mit sich führt, kommt es begleitend im korrespondierenden Gewebebereich zu einer
Sympathikolyse (= Aufhebung eines gefäßverengenden
Nervenreizes) und damit zu einer deutlichen Mehrdurchblutung, wie sie
medikamentös systemisch (= durch eingenommene oder gespritzte
Durchblutungsmittel) nie erreicht werden kann.
Besonders effektiv ist beim Ulcus cruris eine Kombination dieser Blockademethode mit einer Alprostadil - Infusionsserie.
Als hilfreich hat sich (zusätzlich) eine Infusionsserie mit Lidocain (= ein mittellang wirkendes, örtliches Betäubungsmittel) erwiesen. Dabei werden unter Pulskontrolle (Monitor) in aufsteigender Dosierung jeweils 50, 100 u. 150 mg gelöst in 200 ml Kochsalz 0,9% mit Hilfe einer Infusionspumpe (z.B. Infusomat) innerhalb eine Stunde verabreicht, wobei sicherheitshalber ein Abstand von 24 Stunden zwischen den einzelnen Infusionen eingehalten werden sollte. Man kann Lidocain (2%ig) auch serienmäßige mittels intraarterieller Injektionen in die A. femoralis (= Spritzen in die Beinschlagader) verabreichen, so z.B. 2 mal täglich 1-1,5ml (= 20-30 mg) im Abstand von 10-12 Stunden über 10 Tage. Dabei gelangt das örtliche Betäubungsmittel über die sog. Endstrombahn auch auf die venöse Seite und führt auch dort zu der gewünschten Gefäßerweiterung bei gleichzeitiger Schmerzlinderung.
Wichtig ist natürlich beim Ulcus cruris (venosum und arteriosum) auch die optimierte Behandlung der Grund- bzw. Begleitkrankheiten (z. B. Zuckerkrankheit) und das Management möglicher Risikofaktoren (z.B. Bluthochdruck, Übergewicht, erhöhte Blutfettwerte, Nikotin).
Daß die kontinuierliche Blockademethode gerade bei Durchblutungsstörungen sehr hilfreich ist, konnte im Rahmen einer Doktorarbeit an der Universität Heidelberg nachgewiesen werden: http://archiv.ub.uni-heidelberg.de/volltextserver/volltexte/2000/646/pdf/DOKTOR.pdf (einfach anklicken)
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Aktualisiert:>25.09.2008</>
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